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Frauenligen

Die Vereine spielen in einem regelmäßigen Ligabetrieb, zurzeit in einer eingleisigen Bundesliga für 15er Rugby sowie in 7er-Ligen für 7er-Rugby. Die Frauen spielen nach den international gültigen Rugby-Union-Regeln, wie auch die Männer.

Am Samstag, dem 10.03.2018, starten die SCN-Frauen aus der Winterpause gegen die SG Rhein-Main in die Bundesliga. Dabei geht es unter erschwerten personellen Rahmenbedingungen um die nächsten fünf Punkte im Kampf um die Meisterschaft. Ein Sieg würde unsere Mannschaft eine Woche vor dem Spitzenspiel in Köln im Rennen um den ersten Platz hervorragend positionieren.

Die SG Rhein-Main rangiert aussichtsreich auf Rang vier und braucht Punkte um den Halbfinaleinzug perfekt zu machen. Die Truppe von Trainerin Susanne Wodarz war im Hinspiel beim 53:8-Auswärtssieg in Mainz ein sehr unbequemer Gegner und wird ihre Chancen auch in Neuenheim suchen.

Gegen einen dezimierten SCN wird man zumindest mit dem einen oder anderen Bonuspünktchen liebäugeln, wie es diese Saison auch schon in Köln gelungen ist. Denn neben den beiden Langzeitverletzten Nationalspielerinnen Anja Czaika und Marlis Gerigk muss der SCN auf zahlreiche Spielerinnen verzichten: die EM-Heldinnen Lisa Bohrmann und Monica Yee fallen ebenso aus, wie die für die 7er-Nationalmannschaften nominierten Steffi Gruber, Laura Schwinn, Kathi Bader, Katalina Bechtel, Katharina Günther, Michelle Henninger und Maria Saile. Diese weilen sämtlich zur Vorbereitung in Polen. Dafür dürfen sich die Zuschauer aber auf Anne-Liese Schömer freuen, die rechtzeitig zur Rückrunde aus Australien zurückgekehrt und topfit ist, sie wird am Samstag in der Startformation stehen. Dazu kehren mit Sylvia Kling und Lisa Parmetler weitere Spitzenkräfte zum Spiel gegen die SG in den Kader zurück und Zoe Chioato hat ihre langwierige Knieverletzung überwunden und wird ihr Comeback geben, während Erica Myers ihr letztes Spiel für die Blauen bestreitet. Auch bei den angeschlagenen EM-Bronzemedaillengewinnerinnen Noemi Mager und Franzi Holpp sollte ein Einsatz möglich sein.

So oder so wird es im Vergleich zu den bisherigen Saisonspielen kurzfristig zahlreiche Umstellungen geben müssen, die aufgrund der langen Abwesenheit der Nationalspielerinnen nur bedingt vozubereiten ware. Man darf gespannt sein wie unser neu formiertes Team sich behaupten wird.

Schömer Anne Liese

Bild: Anne-Liese Schömer ist aus dem Ausland zurück und wird zur Rückrunde wieder den SCN verstärken. (Foto: Karlheinz Lörch)

„Es wird ein schwerer Auftakt gegen die SG, wir müssen auf viele erfahrene Leistungsträgerinnen verzichten. Aber ich sehe das als Chance für Spielerinnen aus der zweiten Reihe sich zu präsentieren. Wir wollen über eine tadellose kämpferische Einstellung ins Spiel kommen und dann unsere schnellen Spielerinnen in Szene setzen und einen sicheren Sieg einfahren.“ so Trainer Kay Kocher mit Blick auf das Spiel.

Ankick unter der Leitung von Schiedsrichter Dirk Aigenmann ist am Samstag um 14.00 Uhr auf dem Museumsplatz, Tiergartenstraße 7, Heidelberg. Beide Teams freuen sich über zahlreiche und lautstarke Unterstützung!

Der vorläufige SCN-Kader für das Spiel gegen die SG Rhein-Main:

Maite Bredehöft, Johanna Carter, Zoe Chioato, Katy Dockery, Amelie Harris, Franziska Holpp, Sylvia Kling, Jessica LaMoe, Eva Laucht, Catherine Liptak, Annabel Mai, Noemi Mager, Erica Myers, Jessi Neues, Lisa Parmetler, Lea Predikant, Maxime Rath, Denise Rottmann, Anne-Liese Schömer, Samira Schuster, Elisa Trick(c), Jess White, Julia Wich-Schwarz.

Die deutsche 15er-Nationalmannschaft der Frauen gewinnt die Bronzemedaille und belegt Platz 3 bei der European Championship 2018 in Waterloo/Belgien nach einer Halbfinalniederlage am 27. Februar 2018 gegen Spanien (0:44) und einem Sieg am 2. März 2018 gegen Belgien (24:5) im Spiel um Platz drei. Der SC Neuenheim stellte mit Lisa Bohrmann, Steffi Gruber, Amelie Harris, Franzi Holpp, Noemi Mager, Jessica Neues, Lea Predikant, Elisa Trick, Julia Wich-Schwarz und Monica Yee einen ganzen Block an Nationalspielerinnen und kann auf diese stolz sein. Herzlichen Glückwunsch an die deutsche Mannschaft zu diesem Erfolg!

Belgien muss in die unterklassige European Trophy absteigen, während Deutschland sich auch 2019 wieder in der Europameisterschaft mit Spanien, Holland und einem Aufsteiger messen darf. Deutschland hat sich durch die EM-Ergebnisse an Russland vorbei auf Rang 19 der Weltrangliste verbessert und die scheidenden Trainer Alfred Jansen (HRK) und Marcus Trick (SCN) hinterlassen dem Deutschen Rugby-Verband und dem deutschen Frauenrugby mit dem EM-Comeback und dem unmittelbaren Klassenerhalt in der höchsten Spielklasse unterhalb der Women Six Nations ein wertvolles Erbe.

Europameisterinnen wurden die Spanierinnen mit einem 40:7-Finalsieg am Samstag gegen die Niederlande.

SCN EM 2018 k

Bild: Die SCN-Nationalspielerinnen mit Teamärztin Marlis Gerigk, Trainer Marcus Trick, Ultra Anja Czaika und Bronzemedaillen in Belgien. (Foto: privat)

 

Deutschland – Spanien 0:44 (Halbzeitstand 0:27)

Im Halbfinale gegen die Topfavoritinnen und fünffachen WM-Teilnehmerinnen aus Spanien (Weltranglistenplatz 10) war die deutsche Mannschaft letztlich klar unterlegen, von Anfang an bestimmten die späteren Turniersiegerinnen um ihre großartige Spielführerin Isabell Rico das Geschehen auf dem Platz und legten bereits in der ersten Minute einen Versuch über die Hintermannschaft. Die deutsche Mannschaft um Spielführerin Lisa Bohrmann zeigte aber bei Minusgraden in Waterloo einen großen Kampf und erzielte das historisch beste Länderspielergebnis gegen Spanien, obwohl eigene Punkte trotz mehrerer Chancen verwehrt blieben.

Die SCN-Spielerinnen Lisa Bohrmann, Steffi Gruber, Franzi Holpp, Noemi Mager, Jessica Neues, Elisa Trick und Monica Yee standen in der Startformation, während Lea Predikant und Julia Wich-Schwarz eingewechselt wurden. Mit Leonie Hollstein stand eine weitere deutsche Meisterin vom SCN ebenfalls in der Startformation, Leonie spielt seit dieser Saison in England bei den Saracens, ihre Zeichens Tabellenführer der Tyrell Premier 15s, der mutmasslich stärksten Liga der Welt.

So spielte Deutschland gegen Spanien: 1 Noemi Mager (39. Mareike Bier) – 2 Friederike Kempter – 3 Jessica Neues (70. Julia Wich-Schwarz) 4 – Monica Yee (70. Frederike Wenzlaff) – 5 Nora Baltruweit – 6 Elisa Trick (61. Yona Rossol) – 7 Melissa Paul (70. Muriel Weigel) – 8 Lisa Maral – 9 Franziska Holpp (70. Martha Ivanovas) – 10 Leonie Hollstein (61. Susanne Pfisterer) – 11 Steffi Gruber (67. Lea Predikant) – 12 Lisa Bohrmann (c) – 13 Johanna Hacker – 14 Annika Nowotny – 15 Dana Kleine-Grefe.

Punkte: 0:7 (1.) Versuch Echeberria & Erhöhung Ahiz; 0:12 (5.) Versuch Echeberria; 0:17 (24.) Versuch A. Erbina; 0:22 (30.) Versuch Rico; 0:27 (38.) Versuch L. Erbina; 0:32 (47.) Versuch Garcia; 0:39 (56.) Versuch Losada & Erhöhung Ahiz; 0:44 (75.) Versuch Velez.

Schiedsrichterin: Clara Munarini (ITA) – Zuschauer: 250

 

Deutschland – Belgien 24:5 (Halbzeitstand 7:0)

Im entscheidenden Spiel um den so wichtigen Klassenerhalt dominierte Deutschland bei erneut widrigsten Witterungsbedingungen die belgischen Gastgeberinnen bis in die Schlussphase des Spieles deutlich. Die Spielerinnen meisterten den enormen Druck vor der Partie prima und brachten auf den Punkt eine konzentrierte Leistung. Es dauerte aber bei teilweise schneebedecktem Kunstrasen bis zur 28. Minute, ehe Eckdreiviertel Steffi Gruber erstmals ins Malfeld der Belgierinnen einlaufen konnte, Leonie Hollstein erhöhte sicher. Unmittelbar nach der Halbzeit war erneut Steffi Gruber mit einem Versuch erfolgreich und Leonie Hollstein traf auch diese Erhöhung sicher. Prop Jessica Neues und die zweite Reihe-Stürmerin Nora Baltruweit schraubten im weiteren Verlauf das Ergebnis mit weiteren Versuchen auf 24:0, bevor die Belgierinnen in der Schlussphase zum Ehrenversuch kamen.

Die SCN-Spielerinnen Lisa Bohrmann, Steffi Gruber, Franzi Holpp, Jessica Neues, Elisa Trick und Monica Yee standen in der Startformation, während Lea Predikant und Julia Wich-Schwarz eingewechselt wurden. Amelie Harris debüierte in der zweiten Halbzeit und ist die 55. Nationalspielerin in der Geschichte des SCN. Herzlichen Glückwunsch!

So spielte Deutschland gegen Belgien: 1 Mareike Bier – 2 Friederike Kempter – 3 Jessica Neues (74. Meike Hedderich) 4 – Monica Yee (75. Frederike Wenzlaff) – 5 Nora Baltruweit – 6 Muriel Weigel (41. Yona Rossol) – 7 Melissa Paul (70. Julia Wich-Schwarz) – 8 Elisa Trick – 9 Franziska Holpp (75. Martha Ivanovas) – 10 Leonie Hollstein – 11 Steffi Gruber (66. Lea Predikant) – 12 Lisa Bohrmann (c) – 13 Johanna Hacker (56. Susanne Pfisterer) – 14 Annika Nowotny (68. Amelie Harris) – 15 Dana Kleine-Grefe.

Punkte: 7:0 (28.) Versuch Gruber & Erhöhung Hollstein; 14:0 (42.) Versuch Gruber & Erhöhung Hollstein; 19:0 (48.) Versuch Neues; 24:0 (64.) Versuch Baltruweit; 24:5 (71.) Versuch Pecoraro.

Schiedsrichter: Clara Munarini (ITA) – Zuschauer: 100

Am vergangenen Samstag, dem 10. Februar 2018, hat die deutsche 15er-Frauennationalmannschaft in Heidelberg gegen die British Royal Airforce XV deutlich mit 65:0 (Halbzeitstand 29:0) gewonnen und den letzten EM-Test unter Wettkampfbedingungen bestanden. Elf Versuche durch Johanna Hacker, Leonie Hollstein, Franziska Holpp(2), Dana Kleine-Grefe, Annika Nowotny(2), Susanne Pfisterer(2), Elisa Trick und Muriel Weigel waren das Ergebnis eines schnellen und mutigen Angriffspieles des deutschen Fünfzehn. Leonie Hollstein(3) und Dana Kleine-Grefe(2) steuerten außerdem fünf Erhöhungen zum Endergebnis bei.

Beim Testspiel gegen die Royal Airforce XV waren gleich neun Neuenheimerinnen beteiligt: die Props Noemi Mager und Jessi Neues, Haklerin Julia-Wich-Schwarz, 2. Reihe-Stürmerin Monica Yee, Sturmführerin Elisa Trick, Gedrängehalb Franziska Holpp, Spielmacherin Leonie Hollstein (aktuell Saracens/England), Spielführerin Lisa Bohrmann und Eckdreiviertel Steffi Gruber standen alle in der Startformation. Amelie Harris und Lea Predikant gehören ebenfalls dem EM-Kader an, kamen aber nicht zum Einsatz im Testspiel. Herzlichen Glückwunsch, der SC Neuenheim ist stolz auf Euch und das deutsche Team!

SCN Nationalspielerinnen 2018 02 10

Bild: die eingesetzten SCN-Nationalspielerinnen nach dem Testspiel gegen die Royal Airforce XV. (Foto: privat)

Das von Teammanagerin Sabine Schubert betreute Nationalteam hatte sich seit Freitagabend mit einem 30er-Kader unter der sportlichen Leitung der Nationaltrainer Alfred Jansen und Marcus Trick und ihres technischen Beraters Dirk Frase im Rahmen eines Vorbereitungslehrganges auf das Spiel und die European Championship 2018 vorbereitet und siegte bei sehr kalten Temperaturen vor bedauerlich wenigen Zuschauern und auf Basis einer im Training erarbeiteten grundsoliden Verteidigung überdeutlich. Die physisch robusten Britinnen boten an den Standards und Kontaktpunkten einen ordentlichen Kampf und waren bis in die Schlussphase um Punkte bemüht, waren aber der geschlossenen, disziplinierten Teamleistung der Gastgeberinnen und dem Speed der deutschen Hintermannschaft nicht gewachsen.

Die von der erfahrenen Spielführerin Chrissy Siczowa (Saracens) angeführten Soldatinnen hatten nur phasenweise in der ersten Hälfte und zum Ende der Partie nennenswerten eigenen Ballbesitz und aussichtsreiche Feldpositionen. Dagegen hatten die deutschen Spielerinnen zwar erneut das eine oder andere Problem an den Standards, glichen diese aber mit einer sehr starken kämpferischen Verteidigungsleistung mehr als aus. Der Trainingsfocus vom Freitagabend auf der Verteidigung hat sich also ausgezahlt und der so generierte Ballbesitz wurde durch eine sehr offensive und mutige Umsetzung des Angriffsystems reichlich genutzt.

Die Spielerinnen haben sich hochmotiviert präsentierten können und dürfen Rückenwind für die anstehende EM mitnehmen. Vielversprechend ist die Verbesserung in der Verteidigung, die beweist, dass sich das Team in sehr kurzer Zeit enorm steigern kann. Auf den letzten beiden Lehrgängen wurden die Themen Angriff und jetzt Verteidigung aufgrund der jeweils knappen Zeit fokussiert und in der Folge jeweils ordentlich umgesetzt. Man darf hoffen, dass so auch in der unmittelbaren EM-Vorbereitung noch deutliche Fortschritte an den Standards zu erzielen sind.

Schon in der nächsten Woche geht es dazu weiter, unmittelbar vor der EM werden die deutschen Frauen noch einen Wochenendlehrgang absolvieren, ehe sie am Dienstag, dem 27. Februar 2018, in Belgien auf die EM-Favoritinnen Spanien treffen.

So spielten sie:

Deutschland: 1 Noemi Mager (45. Mareike Bier) 2 Julia Wich-Schwarz 3 Jessica Neues (45. Juliane Friedrich) 4 Monica Yee (60. Frerderieke Wentzlaff) 5 Nora Baltruweit 6 Yona Rossol (62. Muriel Weigel) 7 Melissa Paul 8 Elisa Trick (57. Theresa Hauth) 9 Franziska Holpp (65. Martha Ivanovas) 10 Leonie Hollstein (52. Pia Richter) 11 Steffi Gruber 12 Lisa Bohrmann © 13 Johanna Hacker (57. Freya Sibbertsen) 14 Annika Nowotny (57. Susanne Pfisterer) 15 Dana Kleine-Grefe.

RAF XV: Stone, Willmore, Waghorn - Ratcliffe, Fletcher - Tracey, Newey, Tadman - Cox, Gale - Walton, Siczowa ©, Forbes, Edmonds - Mester. Eingewechselt: O´Brien, Sayle, Hancock, Papaoikonomou, Gray.

Ergebnis Deutschland - Royal Airforce XV 65:0 (29:0); Schiedsrichter Justin Pearson (Südafrika); Zuschauer: 150; Punkte: Punkte: 7:0 (6.) Versuch Hacker + Erhöhung Hollstein; 14:0 (11.) V Nowotny + E Hollstein; 19:0 (24.) V Holpp; 24:0 (33.) V Kleine-Grefe; 29:0 (40.) V Holpp; 36:0 (45.) V Hollstein + E Kleine-Grefe; 41:0 (50.) V Nowotny; 48:0 (57.) V Trick + E Kleine-Grefe; 53:0 (67.) V Pfisterer; 58:0 (72.) V Weigel; 65:0 (78.) V Pfisterer + E Kleine-Grefe.

Die SCN-Mädels haben am Samstag einen echten Rugbykrimi beim Lokalrivalen Heidelberger RK mit 23:21 (Halbzeitstand 10:14) gewonnen. Das Stadtderby der Frauenbundesliga war wieder einmal ein echter Kracher und wurde erst in der vorletzten Aktion entschieden. Die zahlreichen Zuschauer wurden jedenfalls mit einem der spannendsten Spiele der letzten Jahre für ihr Kommen belohnt. Die Punkte für den SCN machten Lisa Bohrmann, Lea Predikant, Maxime Rath und Elisa Trick durch vier Versuche. Laura Schwinn verwandelte in der zweiten Halbzeit einen Straftritt. Damit überwintern die Blauen mit der Maximalpunktzahl (25) vor dem ASV Köln (19) und dem Heidelberger RK (16) auf Platz eins der Tabelle.

Schnee, Eis und Minusgrade: so manche der am Samstag angetretenen Spielerinnen dürfte dann doch noch etwas neidisch an unser Dubai-Quartett gedacht haben! Vor dem Spiel hatten die beiden Mannschaften mit vereinten Kräften und der zahlreichen Unterstützung von Zuschauern das Kunstrasenfeld des HRK im Harbigweg von Schnee und Eis befreit und so den Ankick erst möglich gemacht. Allein das war schon eine bemerkenswerte Glanzleistung aller Beteiligten und zeigt den Enthusiasmus für das Spiel. Vielen Dank an alle Helfer!

Wer nach diesem Kraftakt gedacht hatte das Spiel würde eine eher müde Angelegenheit werden, sah sich getäuscht: beide Seiten begannen wie die Feuerwehr und schenkten sich über die komplette Spielzeit in einem offenen Schlagabtausch nichts. Für unsere SCN-Mädels scheint es eine liebevoll gepflegte Tradition zu werden, dass das letzte Spiel vor der Winterpause möglichst schwierig und knapp gestaltet wird, wie zuletzt in den beiden Vorjahren jeweils in Köln, als es einmal eine knappe Niederlage und im letzten Jahr ebenfalls einen hauchdünnen Sieg gab. Die Führung wechselte am Samstag gleich mehrfach und erst in der vorletzten Aktion sicherte der vierte Versuch von Lisa Bohrmann unserer Mannschaft den Sieg und den offensiven Bonuspunkt. Der HRK musste sich mit dem defensiven Bonuspunkt trösten, der aber im weiteren Saisonverlauf noch wertvoll sein könnte.

Nach 24 Minuten fielen die ersten Punkte zur 5:0-Führung des SCN, als Maxime Rath zum Versuch auf die linke Eckfahne raste, wenige Minuten später konterten die Zebras praktisch unter den Stangen und gingen nach erfolgreicher Erhöhung kurzzeitig in Führung. Elisa Trick brachte dann per Versuch auf der rechten Seite die Blauen wieder in Front. Kurz vor der Halbzeit dann der erneute Führungswechsel durch einen weiteren erhöhten Versuch des Ruderklubs. Halbzeitstand 10:14 aus Sicht unserer Mannschaft.

Nach dem Seitenwechsel ein ähnliches Bild, das Spiel wogte hin und her. Ein echtes Nervenspiel bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, auf beiden Seiten wurde auf taktische Wechsel verzichtet, es gab nur punktuellen Ersatz für angeschlagene oder verletzte Spielerinnen. Zunächst verkürzte Laura Schwinn per Straftritt aus 25 Metern zum zwischenzeitlichen 13:14 und dann zog der HRK mit dem dritten erhöhten Versuch auf acht Punkte davon. Dies war jedoch noch nicht die Entscheidung in diesem vollkommen offenen Spiel, da der SCN in den letzten zwanzig Minuten nichts mehr zuließ und zunächst durch Lea Predikants Versuch auf der rechten Eckfahne verkürzte. Kurz vor Schluss belohnte dann Lisa Bohrmann ihre Mannschaftskameradinnen für eine bärenstarke Moral mit dem entscheidenden Versuch rechts außen, damit war die Partie in der vorletzten Aktion entschieden. Endstand 23:21 für den SC Neuenheim.

Die Blauen in Rot

Bild: die Blauen mal wieder ausnahmsweise in Rot nach dem 23:21-Auswärtssieg beim Heidelberger RK. (Foto: privat)

Trainer Kay Kocher war nach dem Spiel zufrieden mit dem Ergebnis, nicht aber mit dem Spiel unserer Mannschaft: „unser ganzes Spiel war heute nur Stückwerk und permanent von eigenen Fehlern in der Offensive und Defensive gestört. Bis auf die tadellose kämpferische Leistung bis zum Schluss hat nicht viel gepasst, wir haben da in der Vorbereitung für die Rückrunde einiges aufzubereiten. Der Heidelberger RK hat mit seinem besten Spiel seit langem beeindruckt und war ein sehr harter Gegner, es hätte auch andersherum ausgehen können.“

„Es war ein sehr harter Kampf, aber wir hatten das bessere Ende für uns und es hat riesig Spaß gemacht! Wir brauchen solche Spiele, um uns weiterzuentwickeln.“, so das Fazit von Spielführerin Elisa Trick nach dem Spiel.

Nach dem Spiel liess die erschöpfte Mannschaft den Tag auf dem Weihnachtsmarkt im Heidelberger Zoo bei Glühwein und Punsch ausklingen.

Jetzt ist erstmal Winter- und Trainingspause, im Januar nehmen die Blauen dann das Training wieder auf und wollen aus der bestmöglichen Ausgangsposition die deutsche Meisterschaft verteidigen. Die Begegnung gegen den HRK hat gezeigt, dass die Titelverteidigung kein Selbstläufer ist. Die SCN-Nationalspielerinnen haben allerdings noch einen weiteren Termin vor sich: am kommenden Samstag spielt die Nationalmannschaft in Heidelberg gegen die British Army XV, auch das könnte nochmal ein Kraftakt und ein enges Ding werden, bevor es dann endgültig in die Weihnachtsferien geht. Das internationale Testspiel gegen die sehr starken Britinnen wird am Samstag, dem 09.12.2017, beim HRK um 13.00 Uhr angepfiffen.

So spielte der SCN: 1 Jessi Neues 2 Denise Rottmann 3 Jessica LaMoe 4 Dilek Menekse (30. 17 Kathi Bader) 6 Julia Wich-Schwarz 7 Anja Czaika 8 Elisa Trick © 9 Catharina Günther 10 Franziska Holpp 11 Maxime Rath (50. 20 Catalina Bechtel) 12 Lisa Bohrmann 13 Steffi Gruber 14 Lea Predikant 15 Laura Schwinn. Reserve: 16 Catherine Liptak 18 Jess White 19 Michelle Henninger 21 Samira Schuster 22 Maite Bredehöft.

Ergebnis Heidelberger RK - SC Neuenheim 21:23 (14:10); Schiedsrichter: U. C. Jansen; Linienrichter: T. Bollian, A. Trick; Zuschauer: 200; Punkte: 0:5 (24.) V M. Rath; 7:5 (27.) V T. Schucker + E L. Maral; 7:10 (29.) V E. Trick; 14:10 (38.) V + E L. Maral; 14:13 (50.) S L. Schwinn; 21:13 (60.) V S. Pfisterer + E L. Maral; 21:18 (62.) V L. Predikant; 21:23 (79.) V L. Bohrmann.

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